Referat Die Epoche Der Deutschen Klassik
Mai jos puteti citi fragmente din
Referat Die Epoche Der Deutschen Klassik si de asemenea puteti face
Download Referat Die Epoche der deutschen KlassikCiteste fragmente din Referat Die Epoche Der Deutschen Klassik
ÂÂ
Begriff
Personelle und gesellschaftliche Basis
Grundideen
Wirkungen auf das Schulsystem
Wirkung
Wichtige Werke
Goethe
Schiller
1. Begriff
Der Begriff "Klassik" bzw. "klassisch" hat mehrere Bedeutungen:
etymologisch:
von lat. classicus: römischer Bürger der höchsten Steuerklasse,
dann: scriptor classicus: Schriftsteller ersten Ranges
Klassik:
antikes Altertum
Blütezeit einer Nationalliteratur bzw. -kunst
literaturgeschichtliche Epoche in Deutschland
klassisch:
Ausdruck für zeitlos gültige, große künstlerische Leistung
2. Personelle und gesellschaftliche Basis
Die Ideen der Klassik wurden hauptsächlich von zwei Dichtern entwickelt
und verbreitet: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und Friedrich von
Schiller (1759-1805). Ort deren Zusammenarbeit war Weimar. Dort
residierte Herzog Karl August (1775-1828) über das kleine Fürstentum
Sachsen Weimar und Eisenach (ca. 100.000 Einwohner). Der Fürst war
"aufgeklärt", d.h. er war bestrebt, für das Wohl seiner Untertanen zu
regieren, obwohl er ein absolutistischer Fürst war. (So gab er 1816 als
erster deutscher Landesherr seinem Land eine Verfassung). Sein
besonderes Interesse galt der Kunst und Wissenschaft. Karl August lud
1775 den 26jährigen Goethe, den er ein Jahr zuvor kennengelernt hatte,
nach Weimar ein. Goethe war damals v.a. als Autor des 1774 erschienenen
Romans "Die Leiden des jungen Werthers" bekannt. Am Hof zu Weimar wurde
Goethe Vertrauter und Ratgeber des Herzogs, bald Minister. Neben seiner
politischen Tätigkeit fand er viel Zeit zum Dichten und Forschen, er
leitete das Hoftheater und unternahm zahlreiche Reisen. Einige davon
führten ihn nach Italien (1786, 1788, 1790). Die Italienreise gehörte
damals zum Bildungsprogramm junger Adliger und reicher Bürgersöhne.
Goethe lernte in Italien die Antike (bzw. deren Überreste) mit eigenen
Augen kennen, sie wurde von da an zu seinem entscheidenden Vorbild. (Aus
diesem Grunde setzt man auch den Beginn der deutschen Klassik 1786 an.)
Schiller, der aufgrund häufiger Krankheiten, politischer Verfolgung
(wegen seines Stückes "Die Räuber") und ständiger Geldsorgen ein
weniger geordnetes Leben als Goethe führen mußte, wurde 1788 auf
Betreiben Goethes als Professor für Geschichte nach Jena berufen. 1794
begannen Freundschaft und Zusammenarbeit mit Goethe. 1799 siedelte
Schiller nach Weimar um.
Weimar stellte neben Leipzig und Hamburg eines jener geistigen Zentren
im damals aus vielen Einzelstaaten bestehenden Deutschland dar. Reiche
Bürger oder kunstbeflissene Fürsten ermöglichten es Künstlern, ohne
materielle Sorgen und ohne Rücksicht auf den Massengeschmack ihre Ideen
zu verfolgen. Der geistige Austausch in diesen Zentren blieb
unbehindert, Deutschlands provinzieller Charakter hatte wenig zu bieten,
so nahmen die Gebildeten an den kulturellen und auch politischen
Ereignissen der ganzen Welt teil, über die man in Zeitschriften und
Büchern berichtete. Dies führte zu einer geistigen Weite, für die man
den Begriff "Weltbürgertum" prägte.
3. Grundideen
Wie die Aufklärung ging die Klassik von der Erziehbarkeit des Menschen
zum Guten aus. Ihr Ziel war die Humanität, die wahre Menschlichkeit
(das Schöne, Gute, Wahre). Doch der Mensch sollte nicht nur einzelne
Tugenden (z.B. Toleranz, Nächstenliebe) besitzen, sondern einem Ideal
zustreben, das mit den Begriffen "Harmonie" und "Totalität" umschrieben
wurde. Dies bedeutete, daß alle menschlichen Kräfte und Fertigkeiten
ausgebildet werden sollten: Gefühl und Verstand, künstlerisches
Empfinden und wissenschaftliches Denken, theoretisches Erfassen und
praktische Umsetzung (Totalität). Dabei sollten diese Eigenschaften
aber nicht im Widerspruch zueinander stehen, eine auf Kosten der anderen
bevorzugt werden, sondern eine ausgewogene Einheit bilden (Harmonie).
Verwirklicht sah man dieses Ideal in der griechischen Antike; die
Griechen des klassischen Altertums hätten - jeder einzelne und die
gesamte Gesellschaft - ihre Kräfte allseitig und harmonisch entfaltet
wie kein Volk zuvor oder danach. Als einen weiteren Bereich, in dem das
Ideal bereits Wirklichkeit sei, verstand man die Natur. Dieser Gedanke
wurde v.a. von Goethe vertreten. Er verstand sich selbst in erster Linie
als Naturforscher, nicht als Dichter. Zeit seines Lebens versuchte er
die mannigfaltigen Erscheinungsformen der Tier- und Pflanzenwelt auf
bestimmte Urformen zurückzuführen (z.B. die Urpflanze), aus denen sich
dann seiner Meinung nach die einzelnen, konkreten Formen durch
Metamorphose entwickelt haben. Er entdeckte auch den
Zwischenkieferknochen beim Menschen (Sutura incisiva Goethei). Das
angebliche Fehlen dieses Knochens, der beim tierischen Schädel im
Gegensatz zum menschlichen deutlich ausgeprägt ist, hatte vor Goethe
als Beweis gegolten, daß der Mensch eine eigenständige Schöpfung der
Natur (Gottes) sei. Durch seine Entdeckung zeigte nun Goethe Jahrzehnte
vor Darwin den Zusammenhang zwischen Tier- und Menschenwelt und damit
die Einheit ("Harmonie") der Natur.
Die Wirklichkeit betrachteten die Klassiker gegenüber ihrem Ideal als
unzureichend. Sie verstanden sie als geprägt durch die Arbeitsteilung
der Gesellschaft, die den Einzelnen nur auf bestimmte, seinem Beruf
zugeordnete Tätigkeiten und Fähigkeiten festlegte (Spezialisierung).
Entsprechend herrsche im Menschen selbst ein Zwiespalt zwischen Gefühl
und Verstand, Pflicht und Neigung, Denken und Handeln. Deutschland galt
als rückständig, provinziell, spießbürgerlich. Große Hoffnungen
setzte man zunächst auf die Französische Revolution (1789), war aber
dann von deren Verlauf, v.a. der Schreckensherrschaft enttäuscht.
Eine Änderung dieses Zustandes in Richtung auf das Ideals sei daher
nicht durch eine revolutionäre Umwälzung der Gesellschaft zu erreichen
(wie es die Französische Revolution versuchte), sondern durch die
Veränderung des Einzelnen. Wie in der Aufklärung hielt man die Kunst
für ein geeignetes Mittel, dies zu erreichen. Die Kunst sollte aber
nicht nur die "Verzuckerung" der Pille sein, die unangenehme Lehren auf
angenehme Weise nahebrachte. Die Kunst - so v.a. Schiller -
veranschauliche das Ideal, sei ein "Vorschein" des Idealzustandes, seine
Vorwegnahme im schönen Schein der Kunst. Durch die Beschäftigung mit
dieser Kunst sollten die Menschen allmählich diesem Idealzustand
angenähert werden. Dabei nahm man in Kauf, daß dieses Unternehmen sich
zunächst auf einen kleinen Kreis von Gebildeten beschränkte, einen
Kreis, der sich mit der Zeit vergrößern würde.
4. Wirkungen auf das Schulsystem
Ebenfalls von den Ideen der Klassik beeinflußt und außerdem für die
Geschichte des deutschen Schulwesens von entscheidender Bedeutung war
der mit Goethe und Schiller befreundete Wilhelm von Humboldt
(1767-1835). Während seiner Tätigkeit im preußischen Staatsdienst
1809 leitete er eine Reform des Schulwesens ein, wobei er besonderes
Gewicht auf das Gymnasium legte. (Außerdem gründete er die
Universität in Berlin.)
Gemäß dem Ideal der Klassik, der allseitigen und harmonischen
Entfaltung des Einzelnen und der Gesellschaft, sollte die Schule nicht
für einen bestimmten Beruf ausbilden. Eine zu frühe Spezialisierung
verhindere die allgemeine Menschenbildung. Diese sei das eigentliche
Ziel der Schulbildung und ohnehin die beste Voraussetzung für eine
spätere Spezialisierung. Da die Allgemeinbildung nämlich zur
Selbständigkeit führe, sei es später kein Problem, sich auf die
speziellen Anforderungen des Berufs einzustellen. Diesen Zielen
entsprechend dürfe die Methode des Unterrichts nicht von Drill und
Auswendiglernen geprägt sein, sondern von Motivation und selbständigem
Lernen. Der Erfolg dieser Bildung solle durch das Abitur überprüft
werden. Das Abitur berechtigte dann zum Studium und höheren
Staatsdienst. Eine besondere Rolle bekamen die alten Sprachen Latein und
Griechisch. Dies hing mit der erwähnten Tatsache zusammen, daß die
deutschen Klassiker in den Griechen der Antike ihr Ideal der Totalität
und Harmonie verwirklicht sahen. Die Römer der Antike galten als
Vorbild an Tugend, Tatkraft und Vaterlandsliebe.
Die Reform sollte alle Schulen umfassen, man konzentrierte sich aber in
der Praxis auf die Gymnasien (Lehrplan, Prüfungsordnung,
Lehrerausbildung). Das Schulsystem, auch das Gymnasium, hat seitdem
viele Veränderungen erfahren. Daß der Humboldtsche Bildungsbegriff
dennoch überlebt hat, kann man noch heute in den Begriffen
"Studierfähigkeit", "Basiswissen", "Allgemeinbildung", "erweiterter
Qualifikationsbegriff", "Grundkurse", "Pflichtauflagen" erkennen, die in
Richtlinien, Verlautbarungen und in der öffentlichen Diskussion immer
wieder auftauchen.
5. Wirkung
Im 19. Jh. entfaltete die deutsche Klassik im Bildungsbürgertum eine
ungeheure Wirkung. Zitate aus den Werken Goethes und Schillers wurden zu
volkstümlichen Sprichwörtern. Die Lektüre der Klassiker wurde
Pflichtpensum in den höheren Schulen, Schillers Dramen beherrschten die
Spielpläne der Theater. Dabei entwarf man allerdings ein idealisiertes
Bild der deutschen Klassiker. Für die Brüche in ihren Leben und Werk,
für das Kritische in vielen ihrer Werke hatte man keinen Blick.
6. Wichtige Werke
Goethe
Dramen
Iphigenie auf Tauris (1787) Egmont (1787) Tasso (1790) Faust I (1808),
Faust II (1832)
Romane
Wilhelm Meisters Lehrjahre (1796) Die Wahlverwandtschaften (1809)
Wilhelm Meisters Wanderjahre (1829)
Lyrik
Römische Elegien (1790)
Schiller
Dramen
Don Carlos (1787) Wallenstein (1799) Maria Stuart (1800) Wilhelm Tell
(1804)
Schriften
Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1793) Über naive und
sentimentalische Dichtung (1797)
Lyrik
Balladen
ì¥Â@