Referat Die Deutsche Aufklarung
Mai jos puteti citi fragmente din
Referat Die Deutsche Aufklarung si de asemenea puteti face
Download Referat Die deutsche AufklarungCiteste fragmente din Referat Die Deutsche Aufklarung
Die deutsche Aufklärung (1720-1785)
1. Das neue Weltbild
Europa war im 17. Jh. politisch weitgehend durch den Absolutismus
geprägt, der uneingeschränkten Herrschaft eines Königs oder Fürsten.
Der absolute Staat stand über einer Gesellschaft, in der jeder in einen
bestimmten Stand hineingeboren wurde, den er nicht verlassen konnte. An
der Spitze dieser Ständegesellschaft befand sich der Adel, der zwar vom
absolutistischen Herrscher politisch entmachtet worden war, aber dafür
die Privilegien der Steuerfreiheit und der Grundherrschaft besaß. Das
Bürgertum war einerseits Träger und Nutznießer der staatlich
gelenkten Wirtschaft (Merkantilismus), hatte aber wie der Adel keinen
politischen Einfluß; und zudem keine Privilegien. Die größte Last
mußten die Bauern tragen: Steuern für den Staat, Abgaben für den
Grundherrn, auf dessen Land sie arbeiteten. Die katholische wie die
protestantische Kirche war mit den Königen und Fürsten verbunden und
predigte der meist ländlichen Bevölkerung (noch um 1800 lebten in
Deutschland 75% der Bevölkerung von der Landwirtschaft) Ergebenheit in
ihr angeblich gottgewolltes Schicksal. Unwissenheit, Aberglaube (z.B.
Hexenwahn), Vorurteile, ein tiefer Pessimismus waren weit verbreitet.
In Deutschland kam noch dessen Zersplitterung in viele z.T. recht kleine
Länder hinzu (Partikularismus). Der so entstandene Provinzialismus
verhinderte zusätzlich eine fortschrittliche Entwicklung.
Im 18. Jh. begannen nun Teile des Bürgertums (v.a. Akademiker) und auch
einige Adlige zunächst in Frankreich diese Zustände zu kritisieren.
Man maß sie an dem, was man für ein Gebot des vernünftigen Denkens
hielt. Der menschliche Verstand wurde zum Maßstab aller Dinge gemacht.
Freiheit statt Absolutismus, Gleichheit statt Ständeordnung, Erfahrung,
wissenschaftliche Erkenntnis statt Vorurteil und Aberglauben, Toleranz
statt Dogmatismus - so lauteten die neuen Ideen. Statt auf ein Jenseits
zu hoffen, sollten die Menschen voller Optimismus ihren Lebenssinn im
Diesseits sehen; sie sollten Gutes tun, ihre Tugenden entfalten aus
Einsicht in deren Richtigkeit und Nützlichkeit, nicht aus Furcht vor
späteren Strafen (Fegefeuer, Hölle), wie es die Kirchen predigten. Die
Menschen sollten über ihre politische, soziale und geistige
Unterdrückung "aufgeklärt" werden. Wüssten sie erst um die Ursachen
dieser Unterdrückung - so meinten die Aufklärer -, halte man ihnen die
richtigen Ziele vor Augen, dann würden sie es einsehen und sich selbst
befreien. Dabei ging die Aufklärung von der Annahme aus, daß der
Mensch von Natur aus gut sei und man ihm das Richtige nur zeigen müsse,
damit er es tut. Die Erziehung des einzelnen galt als erster Schritt zu
einer Veränderung der Gesellschaft; die aufgeklärten Menschen würden
schließlich eine aufgeklärte Welt schaffen.
Die Aufklärung fand zunächst nur in kleinen Zirkeln von Adligen,
reichen und gebildeten Bürgern Verbreitung, den sogenannten "Salons",
regelmäßigen Treffen in den Stadtwohnungen reicher und gebildeter
Damen aus Adel und Bürgertum. Später bildeten sich in den Städten
Lesegesellschaften, an den Universitäten lehrten Philosophen der
Aufklärung. Außerdem wurde der literarische Markt, der im Barock nur
eine Nebenerscheinung war, zum Regelfall. Der Schriftsteller lebte nicht
mehr von adligen oder kirchlichen Auftraggebern, sondern produzierte
für den Verleger, der die Werke an Menschen verkaufte, die der
Künstler gar nicht kannte. Allerdings konnten die wenigsten Autoren von
ihren Werken leben, sie mußten "Nebentätigkeiten" suchen und
arbeiteten in der Regel als Privaterzieher, Fürstenberater,
Privatsekretäre u.ä.
2. Die Rolle der Kunst
Um die neuen Ideen zu verbreiten, bediente man sich der damals
entstehenden Presse als erstes "Massenmedium" (Wochenschriften) und der
Kunst, die bisher im Dienst der Kirchen und des Fürstenhofes gestanden
hatte(s. Barock).
Die Kunst galt für die Verbreitung der Aufklärung als besonders
geeignet. Man mochte nämlich die Lehren der Aufklärung für noch so
vernünftig und heilsam halten - die Unmündigen, die man befreien
wollte, empfanden die geistige Selbständigkeit als unbequem und hatten
sich oft an ihre Unmündigkeit gewöhnt. Die Ideen der Aufklärung waren
für sie zunächst einmal eine bittere Medizin. Hier konnte die Kunst
helfen. Da sie neben dem Verstand die Sinne anspricht und Genuß
bereitet, sollte sie gleichsam die unangenehm schmeckende Pille
"verzuckern" und die Aufnahme der aufklärerischen Ideen erleichtern.
Mit dieser Auffassung griffen die Aufklärer auf einen Topos
(Gemeinplatz) der Dichtungstheorie zurück, der in der Antike entstanden
ist: Aufgabe der Kunst sei es, heißt es etwa bei dem römischen Dichter
Horaz, zu nutzen und zu erfreuen (prodesse et delectare).
Was die Formen und Gattungen der Literatur betrifft, so hielt man sich
einerseits an die Tradition, die - wie schon im Barock- von der Antike
geprägt war. Man verband aber die alten Formen mit neuen Inhalten. Vor
allem der damals namhafte Literaturprofessor Gottsched ordnete und
definierte in seiner Poetik "Versuch einer Critischen Dichtkunst" die
traditionellen Gattungen und stellte feste Regeln auf. Er unterschied
sich damit auf den ersten Blick nicht von den normativen Poetiken des
Barock. Gottsched durchforstete allerdings (daher "Critische"
Dichtkunst) die althergebrachten Vorschriften und Muster daraufhin,
inwieweit sie dem Ziel dienstbar zu machen seien, moralische Lehren zu
vermitteln.Auch Lessing griff traditionelle Gattungen auf, er
veränderte sie aber, wenn sie zu seinen Absichten in Widerspruch
gerieten. Um die Bedeutung bürgerlicher Tugendhaftigkeit zu zeigen,
ließ er etwa in einer Tragödie, einer Gattung hohen Stils, Personen
aus dem Bürgerstand auftreten und ein "tragisches" Schicksal erleiden
("Miß Sara Sampson"), obwohl Tragödien traditionellerweise in der
Sphäre des Adels und der Großen Politik spielten; bürgerliche
Personen durften nur in der Komödie vorkommen (mittlerer Stil).
3. Ein Beispiel: Lessings "Nathan der Weise"
Lessing war nicht nur Dichter, sondern setzte sich auch mit
theologisch-kirchlichen Fragen auseinander. Man fing damals an, die
Bibel kritisch zu lesen, d.h. die Maximen der Aufklärung auf die
Theologie anzuwenden. Von den biblischen Berichten wollte man nur das
gelten lassen, was man als "vernünftig" ansah. Die Wunder Christi etwa
wurden geleugnet und als fromme Erfindungen betrachtet. V.a.die
protestantische Kirche verurteilte solche Versuche und hielt am
traditionellen Glauben fest (Orthodoxie [wörtlich: Rechtgläubigkeit]).
Lessing hatte nun 1777 die Schriften eines aufklärerischen
Wissenschaftlers (Moses Mendelssohn) veröffentlicht, der die
Auferstehung Christi leugnete. Um diese Veröffentlichungen entstand ein
großer Streit, u.a. polemisierte der Hamburger Hauptpastor Johann
Melchior Goeze gegen den Wissenschaftler und Lessing, der die Schriften
herausgegeben hatte. Lessing verteidigte den Wissenschaftler und die
Herausgabe seiner Schriften, obwohl er die darin vertretenen Ansichten
nicht teilte (Lessings Schrift "Anti-Goeze" 1778). Lessing war nämlich
der Meinung, daß man über solche Ansichten frei diskutieren können
müßte. Er stand aber damals im Dienst des Herzogs Karl von
Braunschweig, er war dessen Bibliothekar. Der Herzog verbot Lessing die
öffentliche Auseinandersetzung. Daraufhin behandelte Lessing das
Problem in dem Drama "Nathan der Weise" (1779).
In dem Stück treffen zur Zeit der Kreuzzüge drei Vertreter der großen
monotheistischen Weltreligionen in Jerusalem aufeinander, der
moslemische Sultan Saladin, der jüdische Händler Nathan und ein
christlicher Tempelritter. Die drei geraten in Konflikt miteinander, der
Konflikt wird aber gelöst, da alle Beteiligten sich letztlich
"vernünftig" verhalten. An zentraler Stelle des Dramas stellt Saladin
dem Juden Nathan eine Fangfrage. Er will wissen, welche Religion Nathan
für die richtige hält. Nathan antwortet darauf mit der sogenannten
"Ringparabel". Durch Nathans Mund verkündet Lessing damit seine
aufklärerische Einstellung zu dem Streit der Religionen. Es komme nicht
auf die Lehrsätze der Religionen an, auf ihre Dogmen. Es gehe vielmehr
um die Verwirklichung der religiösen Lehren im Leben, um die Praxis.
Statt sich also zu streiten und zu bekriegen im Namen der Religion,
solle jeder Gläubige nach den Maximen seiner Religion Gutes tun, denn
Gutes zu tun, sei der Inhalt jeder der drei Religionen. Untereinander
aber sollten die Religionen Toleranz üben. Übrigens mißachtete
Lessing auch bei diesem Werk die traditionellen Regeln. "Nathan der
Weise" ist ein "dramatisches Gedicht", paßte also nicht in die
herkömmliche Einteilung in Tragödie und Komödie. Er mischte diese
beiden Gattungen, indem er einen ernsten Gegenstand (Religionsstreit),
der zur Katastrophe führen könnte (Tragödie) mit einem Happy-End
(Komödie) verband.
4. Bedeutende Autoren und Werke
Französische Aufklärer
· Voltaire (1694-1778)
· Jean-Jacques Rousseau (1712-1778)
Philosophen der deutschen Aufklärung
· Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716)
o (vertrat den für die Aufklärung typischen Optimismus, die Welt sei
die "beste aller Welten")
· Immanuel Kant (1724-1804)
o Kritik der reinen Vernunft (1781)
o Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1784)
o Zum ewigen Frieden (1795)
Dichter der deutschen Aufklärung
Von Bedeutung sind v.a. die dramatische, epische und theoretische
Literatur.
· Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)
o Miß Sara Sampson (1752)
o Minna von Barnhelm (1767)
o Emilia Galotti (1772)
o Nathan der Weise (1779)
· Johann Christoph Gottsched (1700-1766)
o Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen (1730)
· Christoph Martin Wieland (1733-1813)
o Geschichte des Agathon (1794)
(erster deutscher Bildungsroman, der die Erziehung eines jungen Mannes
erzählt, der vom schwärmerischen Jüngling nach vielen Irrtümern zum
Mitglied einer utopischen, von der Aufklärung geprägten Gesellschaft
wird)
ì¥Â@